Bozener Markt in Mittenwald, Historisches Markttreiben im Zentrum der Alpenwelt Karwendel alle 5 Jahre

Der nächste Bozner Markt findet statt:  August 2022 (ohne Gewähr) Siehe Seite des Bozener Marktes Mittenwald

Der Bozener hat stattgefunden im August 2012, August 2017 (Schluss mit Bart ab > hier)

Bilder vom Bozener Markt 2007 wurden freundlicherweise von Herrn Bl. zur Verfügung gestellt. Sie sind unter "photo album" zu finden oder mit klick hier!
Stangenakrobatik, Bozner Markt
Die Veranstaltung des Bozener Marktes soll an die Zeit erinnern, in der Mittenwald eine grossartige Blütezeit erlebte:

Ursprung des Bozener Marktes: Im 13. Jahrhundert, als Venedig mit dem Sultan

von Kleinasien und Ägypten einen Handelsvertrag abschloß, waren für den Handel mit den europäischen Ländern im Norden die Voraussetzungen durch die Trassen der alten Römerstraßen in Nord-Süd-Richtung vorhanden. Im Norden war Augsburg ein bedeutender Handelsplatz geworden. Augsburg und Venedig verband eine alte Handelstraße. An ihr lag der aufblühende Ort Mittenwald im Werdenfelser Land, an der ehemaligen Römerstraße.
Wegen Streitigkeiten zwischen den Venezianern und “Sigmund der Münzreiche” (Erzherzog von Österreich und Regent von Tirol und Vorderösterreich), wurde für die Zeit von 1487 bis 1679 für fast 200 Jahre, der "Bozener Markt", bzw. die damit verbundenen Märkte nach Mittenwald verlegt.

Im werdenfelsischen Mittenwald galten alle Münzen Europas. Auch die Abrechnungsbörse wurde nach Mittenwald verlegt. Sie legte den Wechselkurs aller damaligen Münzen fest.
Um Güter auf kürzestem Wege nach München zu bringen, erbaute der Baiernherzog Albrecht 1492 die Kesselbergstraße. Damit wurde für Mittenwald und Werdenfels eine neue Verkehrsader geschaffen.
In den Orten an der Strasse entstanden zahlreiche Gasthäuser mit Gütermagazinen, Hofräumen und Stallungen zur Aufnahme der Waren und der vielen Fremden.
Mittenwald errichtete als erster Ort bereits 1470 ein eigenes Ballenhaus. Ebenso die erste Schule, da der Verkehr mit den Handelsleuten Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen verlangte. Kostbar, zahlreich und mannigfaltig waren Kaufmannsgüter, welche in Waren- und Ballenhäuser gestapelt und weiter- verfrachtet wurden.
Schätze des Orients und Italiens, wie erlesene Gewürze, Südfrüchte, Ballen mit Samt, Seide und Baumwolle aus Ägypten, Ölfässer und Fässer mit köstlichem Wein, welche zum Weitertransport nach dem Norden hier gelagert und dann weiter transportiert wurden. In umgekehrter Richtung kamen von den Reichsstädten Augsburg und Nürnberg wertvolle Tuchwaren der Fugger und Welser, sowie Goldschmiedearbeiten, Gebrauchsgegenstände und Waffen nach dem Süden.

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